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Effektivzins von Darlehen

Die Kosten für einen Kredit und die Rendite für eine Geldanlage werden heute üblicherweise mit zwei Kenngrößen angegeben. Das sind einerseits der Nominalzins und andererseits der Effektivzins. Der Nominalzins gibt die reine Leihgebühr an, die man bei einem Kredit zahlen muss und bei einer Geldanlage sozusagen als Entgelt bekommt. Beim Effektivzins dagegen werden verschiedene Kosten bereits mit berücksichtigt. Als einfachste Variante der Berechnung wird heute die so genannte Uniform-Methode verwendet.

Die gesetzliche Grundlage für den Effektivzins findet sich im Paragrafen 492 des Bürgerlichen Gesetzbuches und daraus abgeleitet in der deutschen Preisangabeverordnung. Nach dieser sind die Banken dazu verpflichtet, den effektiven Zinssatz als Vergleichskriterium für ihre Produkte mit angeben zu müssen. Die Gesetzgebung hat mit dem genannten BGB-Paragrafen auch eine Regelung zum Schutze der Verbraucher getroffen, nach der ein von den Banken falsch zu niedrig angegebener Zinssatz dann auch tatsächlich gewährt werden muss.

Welche Elemente sind im Effektivzins für Kredite enthalten?

Die wichtigste Position bei der Berechnung des Effektivzinses ist der Nominalzins, der auf das Darlehen entrichtet werden muss. Im Zusammenhang mit einem Kredit fallen verschiedene Nebenkosten an, die im Effektivzins berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören grundsätzlich die Abschlussgebühren, in denen auch die Provisionen eventueller Kreditvermittler mit einberechnet worden sind. Ebenso enthält der Effektivzins auch die Kosten, die von der Bank für die Führung des Kreditkontos und der Erstellung der steuerlichen Bescheinigungen erhoben werden.

Die einbezogenen Nebenkosten sind beim Effektivzins für eine Geldanlage identisch mit denen für einen Kredit. Anstelle des Nominalzinses wird der vertraglich zugesicherte Guthabenzins zur Anwendung gebracht. Beim Kredit jedoch müssen noch Elemente wie ein eventuelles Disagio und der Zeitraum der Zinsbindung in die Berechnung mit einbezogen werden.

Besonderheiten bei zweckgebundenen Darlehen

Während beispielsweise bei einem Sofortkredit oder einem anderen nicht zweckgebundenen Darlehen im Effektivzins sämtliche Nebenkosten mit eingerechnet worden sind, ist das bei einigen zweckgebundenen Darlehen nicht der Fall. Ein Beispiel ist der Fahrzeugkredit, bei dem zu den üblichen Nebenkosten auch eine Kasko-Versicherung gehört, die genauso wenig im Effektivzins enthalten ist wie eine eventuell von der Bank geforderte Restschuldversicherung für ein Darlehen.

Bei einem Immobiliendarlehen gibt es gleich eine ganze Palette an Nebenkosten, die nicht im Effektivzins enthalten sein müssen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Gebühren, die für die Einrichtung von sichernden Rechten im Grundbuch anfallen. Sie werden von den Banken in die Abschlussgebühren für den Kreditvertrag meist nicht mit eingerechnet, sondern müssen separat bezahlt werden. Auch Kosten für die Ermittlung des Beleihungswertes eines Objektes werden im Effektivzins in aller Regel nicht mit berücksichtigt.