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Grunderwerbsteuer

Beim Kauf einer Immobilie fallen neben dem reinen Kaufpreis auch diverse Nebenkosten an. Zu diesen gehören die Notargebühren, die Grundbuchkosten, Courtagen/Provisionen und die Grunderwerbssteuer. Bei der Grunderwerbssteuer handelt es sich um die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) beim Immobilienerwerb. Die Grunderwerbssteuer ist eine einmal anfallende Verkehrssteuer, die die Bundesländer seit September 2006 selbst festlegen können.

Grunderwerbssteuer: Bis 5 % sind möglich

Die relativ freie Handhabung bei der Gestaltung des Steuersatzes nutzen viele Kommunen, um die recht klammen Gemeindekassen zu füllen. Wie sich der unten stehenden Übersicht entnehmen lässt, zahlen Immobilienkäufer statt der im § 11 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) vorgeschriebenen 3,5 Prozent Grunderwerbssteuer Immobilienkäufer in der Regel 5 Prozent.

Bundesland Grunderwerbssteuer gültig seit
Baden-Württemberg 5,0 % 05.11.2011
Bayern 3,5 %  
Berlin 5,0 % 01.04.2012
Brandenburg 5,0 % 01.01.2011
Bremen 4,5 % 01.01.2011
Hamburg 4,5 % 01.01.2009
Hessen 5,0 % 01.01.2013
Mecklenburg-Vorpommern 5,0 % 30.06.2012
Niedersachsen 4,5 % 01.01.2011
Nordrhein-Westfalen 5,0 % 01.10.2011
Rheinland-Pfalz 5,0 % 01.03.2012
Saarland 4,5 % 01.01.2012
Sachsen 3,5 %  
Sachsen-Anhalt 5,0 % 01.03.2012
Schleswig-Holstein 5,0 % 01.01.2012
Thüringen 5,0 % 07.04.2011
Stand: 11/2012

Gesamtpreis reduzieren – Steuerlast mindern

Die Bemessungsgrundlage für Grunderwerbssteuer ist der Gesamtpreis der Immobilie mit Haus und Grundstück. Immobilienerwerber können die Steuerlast deutlich mindern, indem sie Zubehör, das nicht untrennbar mit dem Haus verbunden ist, einfach vom Gesamtbetrag abziehen. Der Gesamtpreis lässt sich durch den Abzug von Einbauküche, Markisen, Gartengeräte oder Kamin deutlich drücken. Die Werte dieser Gegenstände sollten zuvor ermittelt und im notariellen Kaufvertrag separat aufgeführt werden.

Wenn Sie Ihre Wunschimmobilie bereits gefunden haben können Sie eine geplante Steuererhöhung umgehen, indem Sie den Kaufvertrag einfach vor dem Stichtag unterschreiben.

Auch beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung können Besitzer sparen: Wird die Instandhaltungsrücklage des Verkäufers abgelöst, muss auf diese auch keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden.

Von der Grunderwerbsteuer befreit ist eine Immobilie, wenn diese vererbt oder verschenkt wird. Ebenfalls keine Steuer wird fällig bei einem Grundstückserwerb zwischen Ehegatten und eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern.

BFH bestätigt: Einbeziehung von Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage rechtens

Wer ein Grundstück erwirbt und dieses anschließend bebauen lässt, muss häufig sowohl auf das Grundstück als auch auf die Kosten des Hausbaus Grunderwerbsteuer zahlen. Zum Leidwesen vieler Grundstückeigentümer wurde diese gängige Praxis vieler Finanzämter durch den Bundesfinanzhof (Urteil II R 7/12 vom 27. September 2012) bestätigt. Denn dieser sieht das unbebaute Grundstück und das später errichtete Gebäude grunderwerbsteuerrechtlich als "einheitlichen Erwerbsgegenstand".

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