Studienkredite

Während des Studiums finanziell über die Runden zu kommen, ohne die Uni oder Fachhochschule zu vernachlässigen, ist keine leichte Aufgabe. Gerade in den letzten Semestern wird es immer mehr zum Balanceakt, Vorlesungen, Seminare, Hausaufgaben und Referate zu meistern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Lebensunterhalt gesichert ist. Wer keine Unterstützung erhält und nur auf BAföG angewiesen ist, kommt oft nicht umhin, nebenbei zu arbeiten. Das kostet Zeit, und die spielt im Konkurrenzkampf um den besten Job bisweilen eine entscheidende Rolle. Um sich voll und ganz auf das Studium und den Abschluss konzentrieren zu können, ist der Studienkredit eine Option.

Drei Stufen: Auszahlung, Karenz, Rückzahlung

Studienkredite unterscheiden sich von normalen Studentenkrediten oder einem Ratenkredit gleich in mehreren Punkten. Die Auszahlung erfolgt nicht auf einen Schlag, sondern in monatlichen Raten. Zudem gibt es eine Karenzzeit und darf die Rückzahlung schon mal zehn oder mehr Jahre in Anspruch nehmen. Das Muster, dem Studienkredite folgen, ist relativ einfach:

Auszahlungsphase -> rückzahlungsfreie Zeit -> Rückzahlung

Diese drei Stufen sind je nach Bank und Angebot unterschiedlich lang.

Die Auszahlungsphase

Die Auszahlungsphase entspricht üblicherweise der Zeit, die das Studium in Anspruch nimmt. Maßgeblich ist dabei die Regelstudienzeit, die je nach Offerte um ein bis zwei Semester überschritten werden darf. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, nur für die letzten drei oder vier Semester einen Kredit aufzunehmen. Während dieser Phase erhalten Studierende monatlich eine vertraglich vereinbarte Summe auf ihr Girokonto überwiesen. Die Spanne reicht von 100 bis knapp 1.000 Euro. Der Gesamtbetrag ist bei allen Banken nach oben hin gedeckelt, im Schnitt bei 30.000 Euro. In einigen Fällen kann auch eine Einmalauszahlung von bis zu 5.000 Euro beantragt werden, zum Beispiel für ein Auslandssemester.

Rückzahlungsfreie Zeit

Um den jungen Kreditnehmern die Chance zu geben, sich am Arbeitsmarkt zu etablieren, wird ihnen im Anschluss an das Studium eine rückzahlungsfreie Zeit eingeräumt. Diese Karenz kann bis zu zwei Jahre betragen. Der Vorteil: Statt direkt mit der Tilgung beginnen zu müssen, stehen erst einmal der Job und die Karriere im Vordergrund. Allerdings dauert es auch länger, schuldenfrei zu werden, und summieren sich die Zinsen.

Rückzahlung

Für die Rückzahlung lassen die Banken Studierenden ebenfalls relativ viel Zeit. Bis zu 25 Jahre kann die Tilgung in Anspruch nehmen. Das sorgt für niedrige Raten, auf lange Sicht aber auch für eine höhere Zinslast. Um schneller ans Ziel zu kommen, sind bei fast allen Studienkredit kostenfreie Sondertilgungen möglich. Wie hoch der Kreditzins und gegebenenfalls die Gebühren sind, ist von Bank zu Bank anders geregelt. Einige wenige Angebote sind sogar zinsfrei. Dafür wird eine Verwaltungsgebühr erhoben. Deshalb lohnt es sich, auch bei Studienkrediten genau zu vergleichen, welches Angebot am besten für die eigenen Zwecke geeignet und darüber hinaus nicht zu teuer ist. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, vorab zu kalkulieren und sich von einem Berater ausrechnen zu lassen, wie hoch die künftige Belastung sein wird.

Studienkredite – Zinsen und Konditionen im Vergleich

Der bekannteste Studienkredit ist der von der KfW-Bank. Er kann in der Regel direkt bei der Hausbank beantragt werden. Zusätzlich gibt es bankspezifische Angebote. Gerade bei den lokalen Anbietern wie den Sparkassen und Volksbanken ist dabei auf die Zugangsvoraussetzungen zu achten. In den meisten Fällen muss der Kreditnehmer Kunde oder Mitglied und/oder bei einer Hochschule vor Ort eingeschrieben sein.

Staatliche Banken
KfW-Bank
Auszahlung pro Monat 100 bis 600 Euro
Maximalbetrag 54.600 Euro
Laufzeit maximal 7 Jahre
Karenz 6 bis 23 Monate
Rückzahlung bis zu 25 Jahre
Zinsen/Gebühren wahlweise variabel oder fest
Informationen Für Personen von 18 bis 44 Jahren. Der Festzins gilt für maximal zehn Jahre.
Privatbanken
DKB – Deutsche Kreditbank
Auszahlung pro Monat bis zu 650 Euro
Maximalbetrag 39.000 Euro
Laufzeit Regelstudienzeit plus zwei Semester
Karenz 12 Monate
Rückzahlung bis zu 20 Jahre
Zinsen/Gebühren 6,49 % eff.
Informationen Zusatzkredit über 5.000 Euro möglich. Leistungsnachweise erforderlich.
apo Bank
Maximalbetrag 10.000 Euro (15.000 Euro ohne KfW-Studienkredit)
Karenz 12 Monate nach Studienende
Zinsen/Gebühren veränderlicher Sollzinssatz
Informationen Wird ab dem 5. Semester gewährt. Sondertilgung möglich.
Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, BB Bank HypoVereinsbank
Informationen Verweisen auf den KfW-Studienkredit.
Darlehenskassen
DAKA NRW
Auszahlung pro Monat maximal 1.000 Euro
Maximalbetrag 12.000 Euro
Karenz 12 Monate nach Erhalt der letzten Zahlung
Rückzahlung mindestens 150 Euro pro Monat
Zinsen/Gebühren Verwaltungskosten: 5,00 Prozent des Gesamtbetrages (werden von der letzten Rate einbehalten)
Informationen Einschreibung an einer staatlichen Hochschule in NRW. Bürge erforderlich. Antragsteller muss auf Finanzhilfe angewiesen sein.
Studentische Darlehenskasse Berlin
Auszahlung pro Monat maximal 750 Euro
Maximalbetrag 12.000 Euro
Laufzeit bis zu 24 Monate
Karenz 6 Monate nach Erhalt der letzten Auszahlung
Rückzahlung 75 Euro/Monat bei einem Betrag bis 4.000 Euro, darüber 100 Euro/Monat, die Rate wird jährlich um 25 Euro angehoben.
Zinsen/Gebühren 2,00 % während der ersten beiden Jahren, ab dem 3. Jahr 4,00 %, ab dem 7. Jahr 6,00 %
Informationen Einmalzahlung von 1.500 Euro möglich, ebenso Sondertilgung
Darlehenskasse Bayern
Auszahlung pro Monat maximal 700 Euro
Maximalbetrag 17.000 Euro
Laufzeit bei BA und MA 2 Semester
Karenz 2 bis 5 Jahre
Rückzahlung 10 bis 14 Jahre
Zinsen/Gebühren Abschlussgebühr: 50 Euro. Zinsen: 2,00 % nach Ablauf von fünf Jahren.
Informationen Bürge erforderlich – nicht bei Einmaldarlehen bis 3.000 Euro.
Volksbanken und Raiffeisenbanken
Raiffeisenbank Pfaffenhausen eG
Auszahlung pro Monat maximal 250 Euro
Laufzeit bis zu fünf Jahre (10 Semester)
Karenz 12 Monate
Rückzahlung Individuelle Anschlussfinanzierung
Informationen Es handelt sich um die VR Bildungsfinanzierung
Hinweise Nicht alle Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten die VR Bildungsfinanzierung an. Die meisten Institute weisen auf den KfW-Studienkredit hin.
Sparkassen
Sparkasse Dortmund
Auszahlung pro Monat 200 bis 800 Euro
Maximalbetrag 20.000 Euro plus 5.000 Euro für Auslandssemester
Laufzeit bis zu 6 Jahre
Karenz bis zu 2 Jahre
Rückzahlung bis zu 10 Jahre
Zinsen / Gebühren variabel
Information Sondertilgung jederzeit möglich.
Sparkasse Heidelberg
Auszahlung pro Monat 100 bis 600 Euro
Laufzeit bis zu 6 Jahre
Karenz bis zu 2 Jahre
Rückzahlung bis zu 10 Jahre
Zinsen / Gebühren variabel
Informationen keine Bearbeitungskosten
Hamburger Sparkasse (Haspa)
Informationen Verweis auf den KfW-Studienkredit
Private Bildungsfonds
Career-Concept
Auszahlung pro Monat bis zu 1.000 Euro
Maximalbetrag 15.000 Euro beim B.A., 40.000 Euro beim M.A.
Laufzeit Regelstudienzeit plus maximal 1 Semester
Rückzahlung direkt nach dem Berufseinstieg, Dauer flexibel
Zinsen/Gebühren Die Verzinsung ist abhängig vom Einkommen.
Informationen Bewerbungsprozess
Deutsche Bildung
Maximalbetrag 15.000 Euro beim B.A., 25.000 Euro beim M.A., 30.000 Euro bei MBA/Promotion
Laufzeit maximal 36 Monate
Rückzahlung abhängig vom Einkommen über 3 bis 8 Jahre
Informationen keine Gebühren, keine Sicherheiten erforderlich, Antragsteller darf keinen negativen Schufa-Eintrag haben
Mikrokredit Studienhilfe (E.W. Kuhlmann Stiftung)
Maximalbetrag 2.000 Euro
Zinsen / Gebühren zinsloses Darlehen für fünf Jahre, danach bankübliche Zinsen
Rückzahlung spätestens im fünften Jahr
Informationen Konzentriert sich auf die Abschlussphase des Studiums.
Stand: September 2016

FAQs zum Thema Studienkredit

Ein Studienkredit dient der Finanzierung des Lebensunterhalts während eines (Fach-) Hochschulstudiums.  Der Kredit wird in monatlichen Raten ausbezahlt. An die Auszahlungsphase schließt sich oft eine tilgungsfreie Zeit an. Die Rückzahlung selbst dauert 10 bis 25 Jahre.

Studienkredite sind anders als Bafög-Leistungen nicht an bestimmte Einkommensgrenzen des Kreditnehmers oder seiner Eltern gebunden. Die Konditionen variieren stark zwischen den Angeboten am Markt.  Zu den Anbietern von Studienkrediten zählen neben privaten Banken auch öffentliche Kreditinstitute.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um einen Studienkredit zu bekommen?

Studienkredite sind keine Leistung gemäß Bafög und stellen damit keine Sozialleistung dar. Sie werden deshalb grundsätzlich an alle ordentlich immatrikulierten Studierenden an inländischen (Fach-) Hochschulen und Berufsakademien vergeben. Das Einkommen des Studenten selbst spielt ebenso wenig eine Rolle wie die finanzielle Situation der Eltern. Die Eltern des Studierenden haften im Zweifel auch nicht für den Kredit. Studienkredite können auch dann aufgenommen werden, wenn zugleich Leistungen gemäß Bafög gewährt werden.

Während des Studiums müssen laufend verschiedene Nachweise erbracht werden. Zu jedem Semester ist eine Immatrikulationsbescheinigung vorzulegen. Nach 2 bis 6 Fachsemestern muss zudem der Nachweis über eine erfolgreich abgeschlossene Zwischenprüfung erbracht werden. Weitere Leistungsnachweise können in höheren Fachsemestern erforderlich sein.

Welche Laufzeiten haben Studienkredite?

Studienkredite sind in der Regel in drei Phasen unterteilt. Während der Auszahlungsphase erhalten Kreditnehmer monatliche Zahlungen. Die Auszahlungsphase dauert je nach Bank höchstens 36 bis 84 Monate. Die Auszahlungsphase endet zudem beim Abschluss oder Abbruch des Studiums.

An die Auszahlungsphase schließt sich eine tilgungsfreie Zeit an, die 3 Monate bis 2 Jahre dauern kann. Während dieser Zeit müssen nur die anfallenden Zinsen gezahlt werden. Die Karenzzeit berücksichtigt, dass Studierende nach ihrem Abschluss einige Zeit benötigen, bis sie eine feste Anstellung erhalten und ein regelmäßiges Einkommen beziehen.

Die Tilgungsphase selbst folgt auf die Karenzzeit. Sie kann bis zu 25 Jahre dauern. Viele Banken begrenzen die Tilgungsphase jedoch auf deutlich kürzere Zeiträume von 8 bis 15 Jahren.

Welche Kreditsummen sind beim Studienkredit möglich?

Die Höhe der monatlichen Auszahlung können Kreditnehmer innerhalb festgesetzter Grenzen frei wählen. Monatlich werden dabei üblicherweise mindestens 100 Euro, höchstens jedoch 1000 Euro ausbezahlt. Die monatliche Obergrenze ist bei vielen Angeboten für Studierende in den ersten Fachsemestern deutlich niedriger.

Der insgesamt maximal mögliche Kreditbetrag ergibt sich aus der jeweiligen Kombination von maximaler Dauer der Auszahlungsphase und monatlichem Höchstbetrag. Marktüblich sind maximale Darlehensbeträge von 20.000 bis ca. 55.000 Euro.

Welche Gebühren fallen bei Studienkrediten an?

Beim Abschluss eines Studienkredits fallen keine Bearbeitungsgebühren an, da diese vom Gesetzgeber nicht mehr gestattet sind. Wird die während der Auszahlungs- und Karenzphase angelaufene Kreditschuld später durch einen Ratenkredit abgelöst, fällt auch für diesen keine Bearbeitungsgebühr an.

Wie hoch sind die Zinsen eines Studienkredites?

Studienkredite sind in der Regel mit einer bonitätsunabhängigen Verzinsung ausgestattet. Der von einer Bank angebotene Zinssatz gilt für alle Kreditnehmer mit Darlehenszusage. Die Höhe des Zinssatzes ist abhängig vom Anbieter und dem allgemeinen Zinsniveau am Kapitalmarkt beim Beginn der Auszahlungsphase.

Die Zinsen werden üblicherweise monatlich in Rechnung gestellt. Bei einigen Studienkrediten werden sie dem Kreditsaldo auf dem  Darlehenskonto zugeschlagen. Bei einigen Angeboten erfolgt während der Auszahlungsphase auch eine Verrechnung mit den laufenden Auszahlungen. Dies führt dazu, dass die Nettoauszahlungen im Zeitverlauf sinken. Am Ende einer sehr langen Auszahlungsphase kann ein Großteil der laufenden Auszahlungen auf die Zinsen entfallen.

Benötigt man für einen Studienkredit Sicherheiten?

Sicherheiten sind für einen Studienkredit nicht erforderlich. Auch ein Gehaltsnachweise wird nicht verlangt. Als Sicherheit dient das künftige Einkommen des Kreditnehmers. Vor der Auszahlung  wird dennoch eine Bonitätsprüfung durchgeführt, so dass die Zusage bei negativen Schufaeinträgen regelmäßig nicht möglich ist. Kreditnehmer müssen zudem versichern, dass sie sich nicht in einer prekären finanziellen Situation (z. B. in einem laufenden Insolvenzverfahren) befinden.

Wie ist die Zinsbindung bei einem Studienkredit?

Der Zinssatz von Studienkrediten ist in der Auszahlungsphase sowie in der sich anschließenden Karenzphase  variabel und orientiert sich an einem Referenzzinssatz. Dabei kann es sich zum Beispiel um den 3-Monats-Euribor oder der Leitzins der Europäischen Zentralbank handeln. In bestimmten Abständen wird der Kreditzins an den Referenzzinssatz angepasst. Häufig erfolgt die Zinsanpassung quartalsweise oder in halbjährlichen Abständen.

Einige Studienkredite sind mit einem Zinscap ausgestattet, das entweder für die gesamte Laufzeit oder einen bestimmten Zeitraum gilt. Das Zinscap versteht sich als verbindliche Zinsobergrenze, über die hinaus der Kreditzins unabhängig von der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt nicht ansteigen kann.

Nach Ablauf der Karenzphase richtet sich die Zinsbindung nach dem jeweiligen Angebot. Entweder wird der Kredit bis zum Ende variabel verzinst (auch dann möglicherweise mit einem Zinscap), oder aber der während der Auszahlungs- und Karenzphase angelaufene Kreditbetrag wird in einen Ratenkredit mit Zinsbindung umgewandelt. Die Konditionen des Ratenkredits werden zum Zeitpunkt der Umwandlung festgelegt. Beim Abschluss des Studienkredits wissen Kreditnehmer somit nicht, wie hoch die Zinsen später ausfallen werden.

Kann man bei Studienkrediten auch Sondertilgungen leisten?

Sondertilgungen sind bei Studienkrediten grundsätzlich möglich. Wird der Kredit variabel verzinst bzw. befindet es sich in einer Phase mit variabler Verzinsung, sind Sonderzahlungen jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Besteht eine Zinsbindung, können Banken bis zu 1 Prozent des vorzeitig angelösten Saldos als Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellen.

Sind Studienkredite an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden?

Anders als Studienbeitragsdarlehen dienen Studienkredite keinem bestimmten Verwendungszweck. Sie sollen die Finanzierung des Lebensunterhaltes sichern. Dies wird durch eine monatliche Auszahlung sichergestellt. Weitere Nachweise hinsichtlich der Verwendung müssen nicht erbracht werden.

Welche Vorteile haben Studienkredite?

Studienkredite sind für Studierende die einzige praktikable Finanzierungsmöglichkeit, die nicht vom Einkommen der Eltern oder eigenen Bezügen abhängig ist. Mit einem Studienkredit kann auf Nebentätigkeiten verzichtet werden, so dass mehr Zeit für das Studium selbst zur Verfügung steht.

Das kann sich in einem schnelleren Abschluss und besseren Ergebnissen niederschlagen. In vielen Fällen ist ein Studienkredit sogar die einzige Möglichkeit, das gewünschte Studium zu absolvieren. Das gilt vor allem, wenn eine Finanzierung weder durch das Elternhaus noch durch Bafög möglich ist und auswärtig studiert werden muss.

Nachteile und Risiken kann ein Studienkredit haben?

Die späteren Belastungen durch einen Studienkredit können die finanzielle Lebensplanung erheblich beeinträchtigen.  Kreditnehmer sollten bedenken, dass ein Kreditsaldo im mittleren fünfstelligen Bereich zu hohen Lasten führt, die über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten aufgebracht werden müssen.

Der Kredit muss auch dann zurückbezahlt werden, wenn das Studium nicht erfolgreich abgeschlossen wird. Zudem bietet in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Gesamtsituation auch ein abgeschlossenes Studium keine Garantie auf einen sicheren Arbeitsplatz und erst Recht nicht auf ein hohes Einkommen. Die eigenen Einkommensperspektiven sollten so realistisch wie möglich eingeschätzt werden. Ist auch im Fall eines überdurchschnittlichen Abschlusses nicht mit einem hohen Einkommen zu rechnen, sollten der Gesamtsaldo des Kredits 10.000 Euro nicht weit übersteigen.

Gibt es steuerliche Besonderheiten bei einem Studienkredit zu beachten?

Aufwendungen in Verbindung mit einem Studium können steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt akzeptiert Ausgaben bis 6.000 Euro im Jahr. Zu diesen Ausgaben zählen auch Zinsen, die für einen Studienkredit gezahlt werden müssen. Die Tilgung selbst kann nicht geltend gemacht werden. Dem Finanzamt können die Aufwendungen durch eine Jahreszinsbescheinigung nachgewiesen werden.

Wann eignet sich ein Studienkredit?

Damit ein Studienkredit Sinn macht, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss der Kredit für die Aufnahme des Studiums bzw. den erfolgreichen Abschluss elementar wichtig sein. Aus reiner Bequemlichkeit sollten Studierende nicht auf einen Kredit zurückgreifen und ggf. einen Nebenjob ausüben. Zum anderen sollte das gewählte Studienfach die Erwartung eines ausreichend hohen Einkommens rechtfertigen. Die realistischen Gehaltsperspektiven müssen gegen die Belastung durch Zins und Tilgung abgewogen werden.

Worauf achten beim Vergleich von Studienkrediten?

Die Höhe des Zinssatzes sagt wenig über die Gesamtkosten aus, wenn der Zinssatz variabel ist. Von Vorteil ist deshalb ein Zinscap, das vor stark steigenden Zinsen schützt. Von Vorteil ist zudem eine lange maximale Tilgungsdauer. Kann der Studienkredit über einen sehr langen Zeitraum zurückbezahlt werden, lässt sich die monatliche Rate überschaubar halten.

Eine möglichst lange optionale Karenzphase ist ebenfalls von Vorteil. Nach dem Abschluss kann es sehr lange bis zum ersten festen Einkommen dauern, so dass ein rascher Tilgungsbeginn zu finanziellen Engpässen führen kann.